Nichts als die Barheit am

 

 

 

Ein Kabarettprogramm von Philipp Müller (Text), mit Mike Stamm (Musik)
 
 
 
Das meinte die Presse:
Solinger Tageblatt vom 18.2.2008 (Auszüge)

Wortspiele aus der Kneipe

( bro.)

Philipp Müller, Journalist beim Verlag B. Boll, Gastronom im „Schaaf“ und im prallen Leben stehender Satiriker, präsentierte am Samstag im „Forsthaus“ an der Schützenstraße sein erstes Kabarettprogramm. Der Titel „Nichts als die Barheit“ . . . spielte . . . auf die Kneipenerlebnisse an, die er zum Besten gab. Erfahrung als Unterhaltungskünstler hatte er schon in den 80er Jahren gesammelt . . . Seine Stärken sind gedankenschnelle Analysen aus dem Solinger Lokalgeschehen und die Verarbeitung der unterschiedlichsten Tresen-Gespräche: „Alle Typen sind gestört.“ Bei Beerdigungsfeiern kommen besonders deftige Kommentare zustande. Viel Beifall gab es, wenn er auf den Solinger „Haschgürtel“ anspielte und den Karnevalisten empfahl, ihr Motto in „Solingen lot joint“ umzutaufen, zumal „in Solingen über alles Gras wachse“.

Wortspiele und Definitionen wechselten sich ab. In die große Politik wagte sich Philipp Müller mit seinem Musical-Versuch „BRD“, zu dem Gitarrist Mike Stamm die musikalischen Highlights der verschiedenen Jahrzehnte anstimmte. Witzig auch Müllers Definition von Nordic Walking als Vorbote der Klimakatastrophe: „Skifahren ohne Ski und Schnee.“
 

Philipp Müllers Video-Kolumne:
Solinger Tageblatt TV
 

Kabarett mit Lokalkolorit
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS

Solingen (RP) Der Hedderich-Pavillon als Kassenhäuschen fürs Kombibad, die Regionale 2008, der Tagexpress, der nur alle drei Stunden fährt, bei seinem Kabarettprogramm machte sich Philipp Müller die Gedanken über seine Heimatstadt.

Eigentlich war es nicht sein Tag, und die Tatsache, dass sich sein musikalischer Begleiter beim Gurkenschneiden so verletzt hatte, dass er abends schwerlich auf der Bühne stehen konnte, war nur eines von vielen Missgeschicken, die Philipp Müller zu verkraften hatte. Dennoch tat dies dem Vergnügen keinen Abbruch, das die Zuschauer seines Kabarettabends im „Swinging Forsthaus“ hatten. Besonders die satirischen Streifzüge durch seine Heimatstadt bereiteten rund 50 Besuchern Vergnügen.

Bereits zum zweiten Mal präsentierte der 45-jährige Journalist und Gastronom vor vollem Haus sein Programm „Nichts als die Barheit“ und spannte dabei den Bogen von Kneipenphilosophie bis zur hohen Politik. Nach einer Typologie der Tresensteher ging’s nahtlos über in Solingens Lokalpolitik, und da hatte Philipp Müller schnell auch einen Vorschlag, der Hofgarten, Kombibad und Hedderich-Pavillon vereint: Das Kombibad kommt an der Weyersberg, vom Hofgarten gibt es dorthin der Welt größte Wasserrutsche und der Hedderich-Pavillon dient als Kassenhäuschen. Von der Stadtplanung ist Müller schnell bei Haschplantagen für Roten Unterburger und Schwarzen Bertramsmühler, streift kurz die Regionale, die er gerne 2008 noch einmal feiern würde, schließlich habe man die Regionale 2006 ja auch erst ein Jahr später zelebriert. Beim Ausflug in die hohe Politik lässt er Angela Merkel und Kurt Beck Raumschiffe versenken und lässt die BRD als Musical inszenieren, berichtet als Reporter von den Olympischen Spielen in Peking – hier ist Sport wirklich noch Mord – und hat letztlich auch zum Nordic Walking eine ganz klare Meinung: „Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen“.

Mit der musikalischen Volksverdickung am Beispiel der Wildecker Herzbuben und dem Kochshow-Boom mit Lafer, Lichter und all den anderen, wird Philip Müller im zweiten Teil seiner rund zweistündigen Ein-Mann-Show dann ein wenig lockerer bei der Themenauswahl. Dem Publikum schmeckte auch diese leichtere Kost ausgezeichnet und als Zugabe gab es noch eine ganze Litanei von gesammelten Kellner-Witzen: „Ober: Zahlen, Gast: Buchstaben“.

1.4.2008
 

Zum Programm:

In „Nichts als die Barheit“ klärt der Solinger Journalist, Gastronom und Satiriker Philipp Müller, die Frage, ob der Stammtisch nicht doch der bessere Bundestag ist. Denn tagtäglich bekommt er die „Barheiten“ seiner Gäste serviert. Mit einem Augenzwinkern sind sie zu einem Cocktail der lebens-philosophischen Sichtweisen im Shaker der Ironie mit einem Schuss schwarzem Humor, Zynismus aber auch Comedy erst geschüttelt, dann gerührt worden. Hier einige der dringenden Probleme: Sind die fleischlichen Vorteile der VW-Affäre auch auf einen Solinger Kleinbetrieb anwendbar, oder wieso hatte Wolfsburg eigentlich aus Kostengründen keinen Betriebsharem? Macht Alkohol blau oder die Welt doch rosarot? Sind Beerdigungen in einer Gaststätte immer ein tief traurige Sache? „Also, jetzt ist ja die Garage frei, sollen wir sie vermieten?“  Geht es auch politisch zu? Sicher. Etwa, warum Solingens Stadtteile nie zusammenwachen können. In „Die Bundesrepublik – das Musical“ wagt Philipp Müller den Rück- und Ausblick auf 60 Jahre Bundesrepublik und ihre Zukunft in Zeiten der Großen Koalition. Bei dieser Nummer wird er übrigens von Mike Stamm, Solo-Akustik-Gitarre, unterstützt. Kurz: Typen, Themen und Texte aus der kleinen Welt der Kneipe für die große Kabarett-Bühne wird es geben.

 

 

Zur Person:

Bekannt ist Müller den Solingern durch seine wöchentliche Kolumne auf der „Seite 2“ im „Solinger“ aus dem Verlag B. Boll in Solingen. Seit mehr als 15 Jahren nimmt er hier Lokales, Politisches, Gesellschaftliches aber auch News, Skandale und Skurriles aus der ganzen Welt aufs Korn. Eine große Fanschar hinter sich wissend, will Müller sich nun dreidimensional präsentieren.

In den 80er Jahren wurde Müller mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, 3. Platz hinter Georg Schramm („Neues aus der Anstalt“, ZDF) ausgezeichnet, aber auch mit dem „Mettmann“, einem Preis der Rheinischen Post für im Bereich Amateurtheater für den Bergischen und Düsseldorfer Raum. Bis 1989 wurden über 700 Auftritte absolviert.

Seitdem hat er diverse Moderationen übernommen, verschiedentlich für den WDR-Rundfunk Glossen für „Zeitzeichen“ geliefert. Zuletzt wurde mit Jupp Scheuer, einem Solinger Liedermacher, ein satirisches Weihnachtsprogramm gespielt. Und nicht zuletzt sind seit Dezember 2007 seine wöchentlichen Solinger-Satiren auch auf solinger-tageblatt.de in „Solinger Tageblatt TV“ als Internet-Stream in der Kulisse seiner Gaststätte zu sehen.

 

Nach 1989 widmete sich Müller den journalistischen Aufgaben und baute mit seinem Bruder Felix das Solinger Gasthaus Schaaf zum kulturellen Treffpunkt der Livemusiker aus Solingen und Umgebung auf.

Fundus genug, nun wieder ein Liveprogramm zu produzieren.

 

An dieser Stelle gilt der Dank Michael Kölker, Chef der Firma Forst, der seine für Kabarett hervorragend geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

 

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